Wie Bongrain reagiert


Verbraucher zwingen Konzern endgültig zur Einsicht

Bongrain Saint Albray Klosterkäse


13.10.2011 | Verbraucherprotest wirkt: Nachdem sich innerhalb eines Tages bereits rund 7.000 Verbraucher über den Einsatz des Anti-Pilzmittels Natamycin im „Saint Albray Klosterkäse“ beschwert hatten, kündigte der Hersteller Bongrain an, die Rinde in Zukunft nicht mehr als „essbar“ bewerben zu wollen. Wenige Tage und weitere 7.000 Verbraucherbeschwerden später gab der Konzern sogar bekannt, künftig explizit vom Verzehr der Anti-Pilzmittel-Rinde abzuraten. Eine 180 Grad-Wende, erzwungen durch massiven Verbraucherprotest!

BfR ändert Einschätzung

16.05.2012 | In einer neuen Stellungnahme weicht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von der bisherigen Einschätzung ab, dass Natamycin-haltige Käserinde vor dem Verzehr entfernt werden sollte. Das Max-Rubner-Institut (MRI) schließt sich dem auf Nachfrage von foodwatch an, gibt jedoch zu bedenken, dass die „Möglichkeit von Resistenzbildungen beim Menschen“ nicht ausgeschlossen werden kann. Heißt: Wer Natamycin-haltige Käserinde isst, läuft Gefahr, dass das das Mittel als Medikament seine Wirkung verliert. Deshalb bleiben wir dabei: Anti-Pilzmittel wie Natamycin haben in Lebensmitteln nichts verloren!

Bongrain knickt ein!

12.10.2011 | Nach nunmehr 14.000 Verbraucherbeschwerden knickt der multinationale Käse-Konzern Bongrain endgültig ein. Gegenüber foodwatch gibt das Unternehmen bekannt:

„Wir werden ab 1. November Saint Albray Klosterkäse mit geänderten Etiketten und geänderter Deckfolie an den Handel ausliefern. Von den Deckfolien und den Etiketten wird der Hinweis ‚essbare Rinde‘ entfernt. Auf den Etiketten wird darauf hingewiesen, dass die Rinde nicht mit verzehrt werden sollte.“ (Hervorhebung durch foodwatch)

Damit sagt Bongrain das glatte Gegenteil dessen, was der Konzern bis gerade eben noch in seiner Werbung ausgelobt hatte. Bislang wird der Saint Albray Klosterkäse in großen Lettern mit der „essbaren Rinde“ beworben, als sei sie ein besonderes Qualitätsmerkmal. Und das, obwohl diese zu Konservierungszwecken mit dem Anti-Pilzmittel Natamycin behandelt wurde, das nach Einschätzung staatlicher Wissenschaftler nicht verzehrt werden sollte. Nun möchte der Hersteller künftig nicht nur auf den Werbehinweis „essbare Rinde“ verzichten, sondern den Verbraucher vom Verzehr der Rinde abraten.

Die vielen tausend Verbraucher haben sich erfolgreich beschwert!

Bongrains Reaktion auf die Beschwerde-Aktion

07.10.2011 | Das ging schnell. Nur ein Tag nach Start der E-Mail-Aktion an Bongrain zeigt der französische Käse-Multi eine erste Reaktion auf den Verbraucherprotest: Die Rinde solle künftig nicht mehr als „essbar“ beworben werden. Doch wer A sagt, muss auch B sagen. Heißt: Entweder verzichtet der Hersteller vollständig auf den Einsatz von Natamycin oder warnt den Verbraucher deutlich vor dem Verzehr der Rinde. Das wäre eine echte Verbesserung.

Jetzt direkt beim Hersteller beschweren!

Bongrains Reaktion auf die foodwatch-Anfrage

05.10.2011 | „Sie haben eine Frage zu unseren Produkten, möchten uns einen Verbesserungsvorschlag mitteilen oder eine Beschwerde loswerden? Unsere Mitarbeiter gehen umfassend auf Ihre Fragen und Anregungen ein, denn Ihre Zufriedenheit ist uns besonders wichtig“, heißt es bei Bongrain. foodwatch hat den französischen Käse-Multi beim Wort genommen und einige Fragen zum vermeintlichen „Klosterkäse“ zukommen lassen. Doch die vollmundigen Versprechen des Konzerns erwiesen sich als Luftnummer:

Als foodwatch wissen wollte, wo und wie der „Klosterkäse“ hergestellt wird und warum die Natamycin-Rinde zum Verzehr empfohlen wird, obwohl das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich vom Verzehr abrät, hieß es dürftig: „Wir versichern Ihnen, dass die Herstellung und Kennzeichnung von Saint Albray Klosterkäse allen rechtlichen Vorschriften entspricht.“ Auch auf wiederholte Nachfrage war dem Konzern keine weitere Information zu entlocken. Von „umfassend auf Fragen eingehen“ kann hier nicht die Rede sein. Herzlichen Glückwunsch, Bongrain, noch weniger verbraucherfreundlich geht eigentlich kaum.

Jetzt direkt beim Hersteller beschweren!


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