Anti-Pilzmittel zum Mitessen

Saint Albray Klosterkäse von Bongrain

BfR ändert Einschätzung

14.05.2012 | In einer neuen Stellungnahme weicht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von der bisherigen Einschätzung ab, dass Natamycin-haltige Käserinde vor dem Verzehr entfernt werden sollte. Das Max-Rubner-Institut (MRI) schließt sich dem auf Nachfrage von foodwatch an, gibt jedoch zu bedenken, dass die „Möglichkeit von Resistenzbildungen beim Menschen“ nicht ausgeschlossen werden kann. Heißt: Wer Natamycin-haltige Käserinde isst, läuft Gefahr, dass das das Mittel als Medikament seine Wirkung verliert. Deshalb bleiben wir dabei: Anti-Pilzmittel wie Natamycin haben in Lebensmitteln nichts verloren!

Bongrain knickt ein!

13.10.2011 | Protest wirkt: Nachdem sich mehr als 14.000 Verbraucher über den Einsatz des Anti-Pilzmittels Natamycin im „Saint Albray Klosterkäse“ beschwert hatten, lenkt der Hersteller Bongrain ein: Zuvor wurde die vermeintlich „essbare Rinde“ hervorgehoben, nun soll „darauf hingewiesen [werden], dass die Rinde nicht mit verzehrt werden sollte“. Das glatte Gegenteil dessen also, was der Konzern bis gerade eben noch in seiner Werbung ausgelobt hatte. Das zeigt: Wenn sich genügend Verbraucher zusammenschließen, kann die Lebensmittelindustrie das nicht einfach ignorieren! Lesen Sie hier die komplette Geschichte.

Bon Appétit!

05.10.2011 | Der französische Käse-Multi Bongrain ist bei seinem „Saint Albray Klosterkäse“ offenbar besonders stolz auf die „essbare Rinde“, die auf der Vorderseite betont wird. Doch diese „essbare“ Rinde enthält Natamycin (E235). Der Zusatzstoff, in der Medizin ein Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen, soll während der Reifung den Schimmel fernhalten. Und er sollte keinesfalls mitverzehrt werden. Da sind sich das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Max Rubner-Institut einig. Trotzdem lobt der Käse-Konzern gezielt die vermeintlich „essbare Rinde“ aus. Wie sagt man auf Französisch? Bon Appétit!

Heute wie damals

05.10.2011 | Seit Anfang 2011 gibt es den sogenannten „Klosterkäse“, der „heute wie damals in aller Ruhe in unseren Käsekellern“ reift, so Hersteller Bongrain. Oh la la, klingt das nach Qualität und französischer Käsetradition. Doch die Zutatenliste lässt vermuten, dass Bongrain von Tradition nicht viel versteht: Der Konzern setzt auf den umstrittenen Konservierungsstoff Natamycin. Damit lässt sich bares Geld sparen, genauer genommen Personal, das sich um den Käse während der Reifung kümmert. Noch nicht einmal die goldgelbe Farbe des Käses ist echt, da hilft Bongrain mit einem Farbstoff nach. Tradition? Weit gefehlt!

Antibiotisch-cremig

05.10.2011 | Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, Rinde mit Natamycin vor dem Verzehr unbedingt zu entfernen: „Dadurch wird der Gefahr entgegengewirkt, dass der Verbraucher unbeabsichtigt kleine Mengen von Natamycin aufnimmt, wodurch (…) Resistenzen auftreten können.“ Das ebenfalls staatliche Max Rubner-Institut schließt sich dieser Einschätzung an. Ausloben, dass die Rinde essbar ist, darf man laut Gesetz trotzdem. Und weil sich so eine essbare Rinde offenbar einfach besser verkauft, nutzt Bongrain das gesetzliche Schlupfloch auch – ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Verbraucher.

Ihre Meinung ist uns nichtig

05.10.2011 | „Sie haben eine Frage zu unseren Produkten? Unsere Mitarbeiter gehen umfassend auf Ihre Fragen und Anregungen ein, denn Ihre Zufriedenheit ist uns besonders wichtig“, so Bongrain. Sollte selbstverständlich sein für einen vermeintlichen Qualitäts-hersteller von Marken wie Géramont oder Fol Epi. Doch als foodwatch wissen wollte, wo und wie der „Klosterkäse“ hergestellt wird und warum die Natamycin-Rinde zum Verzehr empfohlen wird, hieß es dürftig: „Wir versichern Ihnen, dass die Herstellung und Kenn-zeichnung (...) allen rechtlichen Vorschriften entspricht.“ Weniger verbraucherfreundlich geht eigentlich kaum.

Zahlenspiele

05.10.2011 | Der vermeintliche „Klosterkäse“ gehört nicht gerade zum unteren Preissegment: Eine 150 Gramm-Packung kostet im Supermarkt rund 2,30 Euro. Doch die enthält keine 150 Gramm essbaren Käse – schließlich sind gemäß Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung fünf Millimeter der Rinde zu entfernen. foodwatch hat den Test gemacht: Von den verkauften 150 Gramm sind dann nur noch rund 120 Gramm übrig. Beinahe 20 Prozent des Käses sind nicht für den Verzehr geeignet. Die nicht essbare Käserinde mit enthaltenem Anti-Pilzmittel lässt sich Bongrain also auch noch teuer bezahlen.

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Lesen Sie hier, wie Bongrain reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 05.10.2011

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