Dr. Oetker pfeift auf Verbraucherwünsche

Pur Crema Choc von Dr. Oetker

Edel hat sich‘s ausgeschwindelt

29.10.2012 | Verbraucherprotest wirkt! Mehr als 10.000 Verbraucher haben sich seit 2010 bei Dr. Oetker wegen Schönrechnerei und Verpackungsschwindel beschwert. Oetker hatte den „Edel“-Kakaogehalt in Pur Crema Choc dreist „hochgerechnet“ und die Verpackung so schokoladig gestaltet, dass das Wort „Verbrauchertäuschung“ zur Beschreibung kaum ausreicht. Mittlerweile hat Oetker das Produkt vom Markt genommen. „Wegen geringer Nachfrage“ heißt es offiziell. Die Verbraucher haben den Schwindel offensichtlich nicht mit sich machen lassen!

Pudding-Suchbild

18.08.2010 | Seit August 2010 verkauft Dr. Oetker seinen Pur Choc-Pudding in einer umgestalteten Verpackung. Der Konzern hat damit formal auf eine Abmahnung der Verbraucherzentrale reagiert, Verbrauchertäuschung ist das Produkt jedoch immer noch. Der Pudding suggeriert nach wie vor Edel-Qualität, wo keine ist. Der Oetker-Konzern beweist mit dieser Alibi-Aktion, dass er auf Verbraucherwünsche offenbar pfeift und Ehrlichkeit nicht gerade zu den viel beschworenen Werten des Traditionsunternehmens gehört.

Etikettenschwindel ist das beste Rezept

18.08.2010 | „Was die Marke Dr. Oetker verspricht, ist stets eingehalten worden. Die Erwartungen der Verbraucher wurden nie enttäuscht“, heißt es in einer Imagebroschüre des Unternehmens. Solche Behauptungen kann man wohl nur mit völliger Realitätsverweigerung erklären – schließlich sind in den letzten Monaten tausende von direkten Verbraucherbeschwerden bei Dr. Oetker eingegangen. Offenbar noch nicht genug. Zeigen Sie dem Konzern darum, dass Verbraucher sich mit solchen leeren Phrasen und Alibi-Aktionen nicht länger abspeisen lassen. Und, dass Ehrlichkeit das beste Rezept ist.

Dr. Oetkers Rechentricks

16.12.2009 | Der Markt für Edelbitterschokolade boomt. Kein Wunder also, dass Dr. Oetker den Schokoladenpudding „Pur Crema Choc Tansania edelbitter“ ins Kühlregal gezaubert hat. Edel aufgemacht wie teure Bitterschokoladen und mit dem unübersehbaren Versprechen „enthält Schokolade mit 75% Kakao“ beworben. Dumm nur, dass Pur Choc gerade einmal 2,5% Schokolade enthält. Damit stecken in einem Becher Pudding letztendlich nur 1,875% Kakao aus Tansania. Ohne Zweifel ein anschauliches Beispiel für den Mathematikunterricht. Im Kühlregal allerdings nur eines: Ein dreister Trick. Bitte hier nachrechnen.

Schöngerechnet

16.12.2009 | Irreführende Prozentangaben, die sich oft erst nach einem genauen Blick in die Zutatenlisten und einigen Rechenschritten enträtseln lassen sind kein Einzelfall. Sie sind ein beliebter Trick vieler Hersteller, um ihre Produkte in ein besseres Licht zu rücken. Wie das dann aussieht, erkennt man hier

Lost in Afrika

16.12.2009 | Bei Dr. Oetker ist man ganz stolz darauf, dass der Kakao für die „Herkunftsschokolade“ in Pur Crema Choc aus Tansania stammt. Nicht ganz so stolz scheint man auf die Herkunft des Kakaopulvers zu sein. Das ist sogar mit 2,7% im Pudding vertreten, jedoch ohne Hinweis auf die Herkunft. Auf Nachfrage erklärte Oetker, das Kakaopulver stamme aus West-Afrika. Genauere Angaben möchte man nicht machen. Aber warum bleibt das Kakaopulver staatenlos, während es das Herkunftsland der Schokolade auf die Vorderseite der Verpackung schafft? Wer mit Herkunft wirbt, sollte sie auch für alle relevanten Zutaten offenlegen. Alles andere ist Etikettenschwindel.

Sag mir, wo du herkommst

16.12.2009 | Wer sich fragt, was so toll ist am Pur Crema Choc-Pudding, erfährt auf der Homepage: Der Pudding enthält „echte Herkunftsschokolade“. Aber kommt Schokolade nicht immer irgendwo her? Was also macht Herkunftsschokolade so besonders? Der Begriff ist nicht gesetzlich geregelt, sondern bezeichnet lediglich Schokoladen, für die nur Kakao aus einem Anbauland oder einer Region verwendet wird. Doch so wie Wein aus Frankreich nicht automatisch ein Spitzenprodukt sein muss, ist auch Schokolade, nur weil sie aus einem bestimmten Land kommt, nicht zwangsläufig von besonderer Qualität.

Konsum vs. Edel

16.12.2009 | Vereinfacht gesagt gibt es zwei Sorten von Kakao: Konsumkakao und Edelkakao. Konsumkakao macht zwischen 90 und 95% der Welternte aus. Edelkakao hingegen kommt nur aus international festgelegten Ländern, stellt hohe Anforderungen an Boden und Klima und ist deutlich teurer. Bei Schokolade, die die Bezeichnung „edel“ im Namen trägt, sollten nach gängigem Handelsbrauch mindestens 40% der verarbeiteten Kakaomasse aus Edelkakao bestehen. Eine Auffassung, die Dr. Oetker nicht teilt. Das Unternehmen versteht „edel“ nur als einen „Qualitätshinweis“ wie „fein“ oder „dunkel“ und nicht als Verpflichtung, Edelkakao zu verwenden. Das ist zwar legal, aber trotzdem Verbrauchertäuschung.

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Lesen Sie hier, wie Dr. Oetker reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 16.12.2009

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