Der Etikettenschwindel für die ganze Familie

nimm2 von Storck

Besser mit Vitaminen als ohne?

21.07.2010 | „Seit wann gibst du deinen Kindern denn Lollies?“, fragt eine Mutter die andere im nimm2-Werbespot. Die antwortet: „Na, seit es die von nimm2 gibt“. Oho. Was sollen wir aus diesem Dialog lernen? Nimm2-Produkte sind die irgendwie besseren Süßigkeiten. Stimmt nur leider nicht. Die Vitamine sind nicht „wertvoll“, sondern eine überflüssige Anreicherung. Ein reiner Marketingtrick, mit dem Storck schon seit fast 50 Jahren Verbraucher in die Irre führt – „wertvoll“ für Storck, aber nicht für Verbraucher. Die nimm2 Bonbons, Lollies und „Lachgummis“ sind nicht besser oder wertvoller als andere Süßigkeiten auch.

Na, schaden kann's ja nicht, oder?

21.07.2010 | Storck möchte wohl, dass Eltern denken: Wenn schon naschen, dann nimm2, schaden kann’s ja nicht. Genauso wenig wie angereicherte Süßgetränke oder Frühstücksflocken. Kann es nicht? Doch, denn zu viele angereicherte Produkte auf dem Speiseplan können auch zu einem schädlichen Zuviel an Vitaminen führen. Kindern wird außerdem vermittelt, dass Süßigkeiten genauso wichtig und gesund sind wie Obst und Gemüse. Doch gerade für Kinder ist eine klare Trennung zwischen Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln außerordentlich wichtig. Zuckerwerk darf Kindern nicht suggerieren, es sei „wertvoll“ und damit gesund und unabdingbar. [mehr]

Hauptsache Vitamine?

21.07.2010 | Vitamine sind gut. Bonbons mit Vitaminen auch. Schließlich reichen „zwei nimm2 täglich“ zur „wirksamen Ergänzung des Vitaminhaushaltes“. Das will Storck Verbrauchern jedenfalls weis machen. Ist aber Quatsch. In Deutschland sind Kinder mit den meisten Vitaminen in der Regel gut versorgt. Und da, wo die empfohlenen Mengen nicht erreicht werden, sind angereicherte Süßigkeiten kein Ersatz für mehr Obst und Gemüse. Im Gegenteil, sie verleiten dazu, häufiger zuzugreifen. Da aber auch jede Menge Zucker in ihnen steckt steigt damit das Risiko für Karies und Übergewicht.

Ach du dicker Saft

11.05.2011 | „Mit Fruchtsaft und Traubenzucker“ steht groß vorn auf der Verpackung von nimm2. Und auch sonst wirbt Storck gern mit dem „leckeren Fruchtsaft“, der in den „fruchtigen“ nimm2-Produkten steckt. Das klingt so natürlich und gesund. Tatsächlich handelt es sich aber nur um ein klitzekleines Bisschen – genauer gesagt 1,3% – Fruchtsaftkonzentrat. Hauptbestandteil von nimm2: 68,6% hochgradig verarbeiteter Zucker. Der angepriesene „Traubenzucker“ ist übrigens nicht mehr als der nächste Marketingtrick. Der hat gegenüber den anderen Zuckerarten im Bonbon nämlich überhaupt keinen Vorteil. Zucker ist Zucker. [mehr]

Kinder sind auch nur Kunden

21.07.2010 | Was Werbung angeht, macht Storck so schnell keiner was vor. Der Süßwarenhersteller mit dem zweithöchsten Werbebudget 2009 hat es dabei nicht nur auf Eltern, sondern auch direkt auf Kinder abgesehen. Für die kleinen Kunden hält die Storck-Website zum Beispiel lustige Spiele und ein Quiz bereit. Letzteres hat eigentlich Tiere und Natur zum Thema, streut aber unter anderem unauffällig die Frage ein: „Für schnelle Energie zwischendurch nascht du am besten?“ „Traubenzucker“ ist die Antwort. Und was steht groß vorn auf der nimm2-Tüte drauf? Richtig: Traubenzucker.

Von führenden Experten nicht empfohlen

21.07.2010 | Was halten andere Ernährungsexperten von vitaminisierten Süßigkeiten? Dr. Constanze Cholmakov-Bodechtel Co-Projektleiterin Nationalen Verzehrsstudie der Bundesregierung:„Vitamine haben in Süßigkeiten nichts zu suchen. Denn Vitamine vermitteln Gesundheit - Süßigkeiten sind aber nicht gesund.“ Prof. Hans Konrad Biesalski von der Uni Hohenheim: „Solche Süßigkeiten sind entbehrlich.“ Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung: „Überflüssig.“

Storck entlarvt sich selbst

21.07.2010 | Storcks Antworten auf eine foodwatch-Anfrage: Warum sind die Vitamine in nimm2 wertvoll? „Die Klassifizierung als wertvoll beziehen wir auf die generelle Bedeutung von Vitaminen.“ Welches ernährungsphysiologische Konzept steht hinter der Vitaminanreicherung? „Die Anreicherung mit Vitaminen beruht […] nicht auf einem wie auch immer gearteten ernährungsphysiologischen Konzept.“ Welche Vorteile kann ein Verbraucher durch den Traubenzucker erwarten? „Wir loben keinen spezifischen Vorteil des Traubenzuckers aus, sondern weisen auf den Traubenzucker als Bestandteil lediglich hin.“

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Lesen Sie hier, wie Storck reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 11.05.2011

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