Wie Zott reagiert


Innovative Verbrauchertäuschung

Zott Monte Drink


„Wir respektieren die Wünsche der Verbraucher und handeln danach“ heißt es in der E-Mail, die Zott an die Unterzeichner der „Glückwunsch-Aktion“ zum Goldenen Windbeutel geschickt hat. Bis Anfang Mai 2010 haben bereits mehr als 2.100 Verbraucher die Großmolkerei aufgefordert, den Ankündigungen, Rezeptur und werbliche Darstellung des überzuckerten Monte-Drinks zu verändern, auch Taten folgen zu lassen.

Zotts Reaktion auf den Goldenen Windbeutel

foodwatch hatte am 23. April 2010 im bayrischen Mertingen versucht, Zott den Preis für dreisteste Werbelüge zu überreichen. Über 81.000 Verbraucher hatten bei der vorangegangenen Wahl im Internet abgestimmt, knapp 37% davon für den Monte-Drink. Die Geschäftsführung von Zott war jedoch vor Ort nicht bereit, mit foodwatch zu sprechen. Das Unternehmen äußerte sich lediglich schriftlich in einer Pressemitteilung und kündigte an, Monte würde in Hinblick auf „Rezeptur“ und „Darstellung gegenüber Verbrauchern“ „Verbesserungen“ erfahren.

Inzwischen wird Monte Drink offenbar überarbeitet. In der E-Mail an die Verbraucher heißt es: „Es laufen bereits erste Erfolg versprechende Versuche. Wir gehen davon aus, das Produkt in Kürze in überarbeiteter Zusammensetzung anbieten zu können […]“.

foodwatch wird natürlich weiterhin genau verfolgen, ob nicht nur die Versuche, sondern vor allem das Ergebnis erfolgreich sein werden. Und ob Monte Drink in Zukunft tatsächlich ein etikettenschwindelfreies Produkt sein wird. Eines ist jedoch jetzt schon ganz klar: Verbraucherprotest wirkt. Zott kann die Kritik an seinem Mogelprodukt nicht ignorieren, sondern muss handeln. Unterzeichnen Sie darum auch unsere Mitmachaktionen an andere Unternehmen, denn nur durch gemeinsamen und öffentlichen Druck von Verbrauchern wird sich etwas an der systematischen Irreführung im Lebensmittelmarkt ändern.

Zotts Antwort auf die abgespeist-Aktion

16. Dezember 2009 | Die Fragen waren klar und präzise formuliert! Warum bewirbt Zott den „Monte Drink“ als gesundes Produkt und Zwischenmahlzeit und hebt den angeblich „wertvollen“ Traubenzucker auf der Verpackung hervor, obwohl ein Fläschchen Monte mehr Zucker als die gleiche Menge Cola enthält? In der E-Mail an die mehr als 2.500 Teilnehmer der Mitmach-Aktion geht Zott auf die Kritikpunkte jedoch kaum ein und antwortet stattdessen lieber auf eine Frage, die niemand gestellt hat.

Der „Monte Drink“ von Zott ist nicht nur überzuckert, sondern wird vom Hersteller auch noch als „gesunder Drink“ und „Zwischenmahlzeit“ beworben. Und wer ist schuld? Die Verbraucher! Diesen Eindruck erweckt jedenfalls die Antwort von Zott an die Teilnehmer der Mitmach-Aktion. Konsumenten würden völlig ungesüßte Produkte geschmacklich ablehnen, schreibt der Hersteller. Also bleibe nichts anderes übrig, als den „gewünschten Süßgeschmack“ mit „so wenig Zucker wie möglich“ herzustellen. Aha. Wie dabei dann ein Getränk herauskommen kann, das mehr Zucker als Cola enthält, erklärt Zott leider nicht.

Auf die Fragen, warum der „Monte Drink“ als gesund beworben wird und warum der angeblich „wertvolle“ Traubenzucker verheißungsvoll auf dem Fläschchen hervorgehoben wird, geht Zott nicht einmal annähernd ein. Und erläutert stattdessen, dass Zucker natürlicher Bestandteil in vielen Nahrungsmitteln sei. Das stimmt, aber leider erklärt das erstens nicht, warum das vermeintlich gesunde Getränk für Kinder pro Flasche umgerechnet acht Stück Würfelzucker enthält. Und es gibt auch zweitens keinen Aufschluss darüber, warum Zott Traubenzucker – der nach Auskunft des Herstellers aus Maisstärke gewonnen wird – für so wertvoll hält.

Auch dass eine flüssige Süßigkeit wie der „Monte Drink“ als „beliebte Zwischenmahlzeit“ und „idealer Begleiter für Schule und Freizeit“ beworben wird, scheint bei Zott niemanden zu irritieren. Der „Monte Drink“ sei „im Rahmen von Zwischenmahlzeiten durchaus geeignet einen zusätzlichen Beitrag zu liefern, da er zu 82% aus Milch und Milchbestandteilen“ besteht. Die acht Stück Würfelzucker aber, die jedes Fläschchen enthält, lässt der Hersteller unerwähnt.

Stattdessen erklärt Zott, der „Monte Drink“ sei kein Durstlöscher, sondern müsse „in der täglichen Nährstoffbilanz berücksichtigt werden“. An diesem Punkt muss man in der Marketing-Abteilung von Zott jedoch etwas verwechselt haben, denn als angeblich gesunden Durstlöscher hatte foodwatch ein ganz anderes Produkt entlarvt, den Frucht-Tiger von Eckes-Granini. Vielleicht sollte sich Zott aber dennoch ein Beispiel am Fruchttiger nehmen, denn Hersteller Eckes-Granini hat nach dem Verbraucherprotest auf abgespeist.de reagiert und die irreführende Werbung eingestellt.


Pate werden

Unterstützen Sie abgespeist.de und werden Sie jetzt Projektpate [mehr]

Mitmachaktionen

Alle Mitmachaktionen im Überblick [mehr]

Newsletter abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden – einfach per Newsletter! [mehr]

Bleiben Sie mit 69025 anderen immer auf dem Laufenden – per Newsletter!


Werden Sie abgespeist-Pate!