Nur noch so süß wie Coca Cola

Monte Drink von Zott

Steter Tropfen senkt den Zucker

29.10.2012 | Nach zwei E-Mail-Aktionen, tausenden Beschwerden und einem Goldenen Windbeutel gibt es nun erstmals ein nicht völlig überzuckertes Monte-Produkt. Immerhin. Vorher wurde der „Monte Drink“ als „gesunde“ Zwischenmahlzeit beworben. Heute nennt Zott das ganze „Dessert“. Immerhin². Nur: Noch immer sind die Monte-Produkte (bis auf das eine neue) zuckrig-süße Puddings und Drinks, die mit sportlich-gesundem Anstrich Kinder (und Eltern) ködern.

Neue Wege der Verbrauchertäuschung

21.01.2010 | Weil der öffentliche Druck nicht mehr erlaubt, die Monte-Zuckerbomben als gesunde “Zwischenmahlzeiten” zu bewerben, hat sich Zott den Fußballnationaltorwart René Adler ins Boot geholt. Als “Markenbotschafter” verkörpert er das, was die Sprache nicht mehr sagen darf: Monte ist eine gesunde und sportliche Zwischenmahlzeit. Die versprochenen “neuen Wege in der Verbraucheransprache” sind also vielmehr neue Wege der Verbrauchertäuschung! Denn es geht nicht um die Wortwahl, es geht um die Botschaft. Und die ist die alte.

And the winner is…

21.01.2010 | „Zott geht neue Wege in der Verbraucheransprache“, titelt eine Pressemitteilung des Unternehmens vom 20.10.2010. Gesprochen wird von einer „wegweisenden Entscheidung, Produktaussagen transparent und unmissverständlich (…) zu kommunizieren“. Warum der Aufriss? Der „Monte Drink“ war im April 2010 zur Werbelüge des Jahres gekürt worden. Zu Recht! Zott jubelte Eltern eine Zuckerbombe für Kinder unter und bewarb diese als gesunde “Zwischenmahlzeit”. Mit der Bewerbung als “Zwischenmahlzeit” soll nun Schluss sein. Aber bei genauem Hinsehen entpuppt sich die Kampagne trotzdem als neue Täuschungsoffensive.

René soll’s richten

21.01.2010 | Zott behauptet, mit der neuen Kampagne “junge Erwachsene” anzusprechen. Kinder sind also nicht die Zielgruppe. Interessant. Nur: Wie genau diese trennscharfe Abgrenzung funktionieren soll, wollte Zott nicht so recht verraten. Und bei einem Fußball-Idol als Werbefigur halten sich Kinder ganz bestimmt die Augen zu. Ist klar! Wer TV-Werbung auf großen Sendern schaltet und René Adler als “Markenbotschafter” verpflichtet, ist von trennscharfer Zielgruppeansprache ungefähr so weit entfernt wie eine Milchkuh von der Weinerzeugung!

Eine Reaktion, die keine ist

21.01.2010 | Zott verspricht eine weitere “Zuckerreduzierung” des Monte Drinks. Auf Anfrage erklärt die Molkerei: Bis Frühjahr 2011 sollen es 10,2% Zucker werden – früher waren es 12,7%. Macht umgerechnet statt 8 “nur” noch etwa 7 Würfel Zucker pro Flasche. Wow, dann wäre der Drink ungefähr gleichauf mit Coca Cola. Herzlichen Glückwunsch! Bei den anderen Monte-Produkten sieht es übrigens nicht besser aus: Das neueste Produkt z.B., der 160g-Becher, ist mit 7,5 Würfeln Zucker pro Becher (14,1%) Spitzenreiter im Monte-Zuckerranking. Wie es hier mit einer “Zuckerreduzierung” aussieht, wollte Zott uns nicht verraten...

Von Kindern, für Kinder

21.01.2010 | “Aufklärung für einen ausgewogenen Lebensstil ist Zott wichtig, daher unterstützt die Molkerei seit letztem Jahr die bundesweite Schulinitiative ‘Kinder laufen für Kinder’”, heißt es bei Zott. Eine typische Strategie der Lebensmittelindustrie. Anstatt ordentliche und ehrliche Lebensmittel zu produzieren, werden Sportevents mit Firmenlogos tapeziert, um Zuckerbomben irgendwie gesund wirken zu lassen. Doch Sport und Kinderlauf hin oder her: Monte-Produkte sind und bleiben Süßigkeiten – und keine sportlichen Getränke, die Profi-Fußballer formen!

Eine Zuckerbombe kommt selten allein

21.01.2010 | Monte gibt es nicht nur als Drink, sondern auch als Becher. Und damit für jeden Anlass was dabei ist, natürlich auch in verschiedenen Größen: Als 55-Gramm-Becher im 6er Pack, als 100-Gramm-Becher “Maxi” im 4er Pack und als 160-Gramm-Einzelbecher – dem “Größten” (Zott über Monte). Sie mögen unterschiedlich groß sein, doch eines haben sie gemeinsam: Sie wollen offenbar gerne gesund und sportlich wirken, sind und bleiben aber Süßigkeiten. Egal, ob sie im Fläschchen oder im Becher daherkommen.

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Lesen Sie hier, wie Zott reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 21.01.2010

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