abgespeist.de entlarvt Werbelügen auf Lebensmitteln
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Wie Ferrero reagiert


Für eine Extra-Portion Ausreden


Ferreros berühmter Slogan von der „Extra-Portion Milch“ ist ein Klassiker der Werbelyrik. Soll er etwa nicht suggerieren, dass die Milch den Kinder-Riegel besser, gesünder oder leichter machen würde? Auch wenn man bei genauerem Studium der Inhaltsangaben auf der Verpackung ahnt, dass dies nicht stimmen kann. Aber Gefühl gewinnt - zumindest gewinnt Ferrero jedes Mal, wenn man sich einbildet, der Kinder-Riegel sei ein echter Beitrag zur Deckung des Kalziumbedarfs.

Ferreros Antworten auf die abgespeist-E-Mail-Aktion

21. Januar 2008 | Warum sonst wird die „Extra-Portion Milch“ (und Milch gilt ja allgemein als gesund und guter Kalziumlieferant) so deutlich beworben?

Auf die abgespeist.de-E-Mail-Aktion hat Ferrero geantwortet: „Gemeint ist damit - und so wird es von unseren Kunden auch verstanden, dass wenn man Schokolade verzehrt, man sich mit Kinder Riegel für eine Schokolade mit besonders hohem Milchanteil entscheidet.“ So einfach kann man es sich machen.

Wir haben Ferrero also gefragt: „Welchen Vorteil hat es denn, Schokolade mit einem „besonders hohen Prozentsatz an Milchbestandteilen" zu verzehren?“ und „Wenn die „Extra-Portion Milch" Ihr Produkt nicht gesünder erscheinen lassen soll - warum weisen Sie dann so prominent darauf hin?“. Darauf gab die Verbraucherberatung keine Antwort. Sie begnügte sich mit der Feststellung: „Unser Hinweis entspricht den Tatsachen und stellt für den Verbraucher eine nützliche Information dar“. Bleibt zu fragen - inwiefern nützlich?

 

Scheinaktionen für die Imagepflege

22. Januar 2008 | In einer E-Mail an abgespeist-Leser Cornelius P. schmückt Ferrero sich, wie andere Süßwarenhersteller auch, mit der Unterstützung von Initiativen, „die junge Menschen über die Vermittlung von Handlungskompetenzen in ihrer Selbstverantwortung stärken und bewusst einen gesunden Lebensstil fördern“. Dass es einem Unternehmen wie Ferrero allerdings ernst damit ist, kann bezweifelt werden. Cornelius P. schrieb an Ferrero:

„Ich verstehe natürlich, dass Ferrero bei Programmen wie "Fitte Schule" mitmacht, so tun diese Programme den Lebensmittelkonzernen nicht wirklich weh und gleichzeitig dienen die Interventionen der Imagepflege der beteiligten Firmen. Bleiben wir bei "Fitte Schule": Zum Beispiel ist es bemerkenswert, dass bei der Powerpoint-Präsentation die Evaluation keine Angaben über Gewichtsverläufe der teilnehmenden Kinder gemacht hat oder auch keine Angaben gemacht wurden, ob sich in irgendeiner Form das Essverhalten verändert hat. Außerdem steht das dort behandelte Beispiel mit den Gummibärchen (lieber kleine Packungen á 100 Gramm kaufen anstatt die großen Tüten á 200-300 Gramm, weil Menschen den Drang zum unmittelbaren vollständigen Verzehr schwerer widerstehen können) diametral der Verkaufspolitik von Ferrero gegenüber. Letztlich sah ich ein Nutella-Glas (400 Gramm übrigens) für 1.11 €. In letzter Konsequenz muss das heißen: Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voran und bieten günstige 100-200 Gramm Gläser an und verteuern sie die großen Gläser überproportional.

Ich finde es schon extrem perfide, wie Konzerne mit solchen Scheinaktionen wie "Fitte Schule" die Verbraucher zum Narren halten.“


(Cornelius P. am 17.01.2008)


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