Von Windbeutel zu Teebeutel

HiPP Instant-Teegetränke

 

16.11.2012 | Nach etwa 10.000 Verbraucherbeschwerden, mehr als 44.000 Stimmen bei der Abstimmung über die Werbelüge des Jahres und dem damit redlich verdienten „Goldenen Windbeutel“ nimmt Hipp die kritisierten Zuckergranulat-Tees vom Markt. Als Alternative finden sich jetzt (zusätzliche) Teebeutel im Sortiment. Ergebnis: Ein nahezu zuckerfreier Tee, der tatsächlich kindgerecht ist! Das haben die Kleinen den tausenden Verbrauchern zu verdanken, die sich an Hipp gewandt sowie bei der Abstimmung mitgemacht haben. Verbraucherprotest wirkt!

 

20.06.2012 | Gestern noch hat Hipp den Preis für die Werbelüge des Jahres als ungerechtfertigt abgelehnt – heute schon ist der Hersteller beim abermaligen Schwindeln ertappt worden: Hipp behauptet, sich für die Rezeptur der Zuckergranulat-Früchtetees an den Empfehlungen des „aid Infodienstes“ zu orientieren. Der von der Bundesregierung geförderte Verein wehrt sich gegen diese Vereinnahmung in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Hipp-Zuckergranulat-Tees sind keine Apfelschorle: aid-Empfehlungen falsch ausgelegt“.

 

19.06.2012 | Zehntausende Verbraucher haben entschieden: Die Instant-Früchtetees ab dem 12. Monat von Hipp sind die dreisteste Werbelüge des Jahres 2012. Für den unverantwortlichen Versuch, Zuckergranulat-Tees als empfehlenswert für Kleinkinder zu verkaufen, verleiht foodwatch dem Hersteller Hipp deshalb am 19. Juni in Pfaffenhofen an der Ilm den Goldenen Windbeutel. Sie wollen wissen, wie der Hersteller reagiert? Schauen Sie sich jetzt das Video von der „Preisverleihung“ an!

 

09.05.2012 | Seine Instant-Tees „Früchte“, „Waldfrüchte“ und „Apfel-Melisse“ (ab dem 12. Monat) vermarktet Hipp als „Durstlöscher“ für „Babys, Klein- und Schulkinder“. Auf der eigenen Internetseite werden die Produkte unter der Überschrift „Was und wie viel sollten Babys und Kleinkinder trinken“ gar auf eine Stufe mit Mineralwasser und stark verdünnten Fruchtsaftschorlen gestellt. Doch während jene in der Kinderernährung – ebenso wie ungesüßte Tees – tatsächlich gute Durstlöscher sein können, sind die Hipp-Produkte alles andere als gesund und empfehlenswert.

 

09.05.2012 | Die Hipp-Tees ab dem 12. Monat bestehen nämlich hauptsächlich aus Zuckergranulat und enthalten pro fertige 200-Milliliter-Tasse 7,6 Gramm Zucker – umgerechnet ca. zweieinhalb Stück Würfelzucker. Es sind also schlicht Süßgetränke und keine guten Durstlöscher. Claus Hipp bürgt „mit seinem Namen“ für „kindgerechte“ und „gesunde“ Lebensmittel und weiß angeblich, dass er als Hersteller von Babynahrung „große Verantwortung“ trägt. Warum werden dann Zuckertees entgegen allen gängigen Empfehlungen in der Kinder-ernährung als Durstlöscher vermarktet?

 

09.05.2012 | Schon lange kritisieren Zahnärzte zuckerhaltige Instant-Tees für Kleinkinder, weil insbesondere das andauernde Trinken der Süßtees aus Nuckelflaschen zu schwerer Karies führen kann. Darauf weist Hipp auf der Verpackung sogar hin. Und verwendet für einige Instant-Tees inzwischen „zahnfreundlichen“ Zucker. Doch gesüßte Instant-Tees sind nicht nur ein Problem, weil sie Zahnschäden verursachen. Sie fördern auch früh die Gewöhnung an süße Getränke, die später ein bedeutender Risikofaktor für Übergewicht werden können. Ein Nuckel-Warnhinweis löst das Problem also noch lange nicht.

 

09.05.2012 | Bis Anfang April 2012 empfahl Hipp seinen Früchte-, Waldfrüchte- und Apfel-Melissen-Tee noch ab dem 8.Monat, inzwischen wurde die Altersempfehlung auf den 12. Monat angehoben und das Etikett geändert. Laut Hipp, um „sicher zu gehen, dass dieses Getränk ausschließlich über die Tasse gegeben wird“ und damit allzu dramatischen Zahnschäden vorzubeugen. Doch: Als geeigneter Durstlöscher wird der Zuckertee nach wie vor beworben. Eltern wird damit suggeriert, Zuckergranulat-Tee sei ein empfehlenswertes Kindergetränk. Verantwortungsvolles Marketing sieht anders aus.

 

09.05.2012 | Empfohlen wird für Kinder vor allem ein Durstlöscher: Wasser. In Ordnung sind auch stark verdünnte Säfte und ungesüßte Tees. Ungesüßt. Deshalb bewertet der vom Bundesernährungsministerium geförderte aid-Infodienst die Hipp-Zuckergranulat-Tees auch als Süßigkeit. Hipp bestreitet das in einem Schreiben an foodwatch einfach, will keine Kritik an seinem Produkt gelten lassen und argumentiert allen Ernstes, Eltern würden zu Hause eh häufig nachsüßen. Lieber Herr Hipp, diese absurde Ausrede akzeptieren wir nicht. Übernehmen Sie die Verantwortung, die Sie öffentlich so gern beteuern und täuschen Sie Eltern nicht länger!

 

14.05.2012 | Mehr als 10.000 Verbraucher haben unsere Beschwerde-Aktion an Hipp unterzeichnet – und einiges erreicht! Hipp hat noch am ersten Tag der E-Mail-Aktion angekündigt, seine zuckrigen Instanttees nicht mehr als „Durstlöscher“ zu bewerben. Ein Erfolg? Leider nein, denn nach wie vor wird suggeriert, die Produkte seien besonders geeignete Getränke für Kleinkinder. foodwatch fordert Hipp daher zu weiteren Schritten auf. Lesen Sie hier mehr.

 

24.05.2012 | Hipp kündigt an, die Instanttees bis Ende 2012 durch neue Produkte „ohne Zuckerzusatz“ ersetzen zu wollen. Ob diese dann tatsächlich kindgerecht, gesund und empfehlenswert sein werden, lässt sich noch nicht beurteilen, denn konkrete Angaben zur Zusammensetzung will Hipp nicht machen. Wir bleiben dran. Inakzeptabel ist außerdem, dass Hipp seine Zuckertees noch ein halbes Jahr lang wider besseres Wissen als geeignet für Kleinkinder empfehlen will, bis ein Nachfolgeprodukt marktreif ist – und das, obwohl Hipp wirklich geeignete Alternativen längst im Sortiment hat: Einfache Teebeutel.

 

E-Mail Aktion eingestellt:

Lesen Sie hier, wie Hipp reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 09.05.2012

Pate werden

Unterstützen Sie abgespeist.de und werden Sie jetzt Projektpate [mehr]

Mitmachaktionen

Alle Mitmachaktionen im Überblick [mehr]

Newsletter abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden – einfach per Newsletter! [mehr]

Bleiben Sie mit 82080 anderen immer auf dem Laufenden – per Newsletter!


Werden Sie abgespeist-Pate!