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Gegen Etikettenschwindel bei Lebensmitteln: 2012 verleiht die Verbraucherorganisation foodwatch zum vierten Mal den „Goldenen Windbeutel“, den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Fünf Produkte sind bei der Online-Abstimmung auf www.abgespeist.de nominiert.
Kandidat Nummer eins: Becel pro.activ. Margarine-Multi Unilever suggeriert, dass man seinem Herzen mit Becel pro.activ etwas Gutes tun kann und setzt für eine cholesterinsenkende Wirkung hochkonzentriert Pflanzensterine zu…
... doch Pflanzensterine stehen im Verdacht, das zu bewirken, was sie eigentlich verhindern sollen: Ablagerungen in Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten. Becel pro.activ ist eine Art Medikament im Lebensmittelform – und das hat im Supermarkt nichts verloren.
Kandidat Nummer zwei: Landlust Mirabelle & Birne. Teekanne verspricht ländliche Idylle und „vertraute Früchte“, „wie aus dem eigenen Garten“...
... doch die Mirabellen von der Verpackungsvorderseite sucht man in den Teebeuteln vergebens. Ein nicht näher definiertes Aroma imitiert ihren Geschmack.
Kandidat Nummer drei: Viva Vital-Hackfleisch-Zubereitung. Netto lässt sein Hackfleisch mit Wasser und Weizen strecken...
... und sich diese „Erfindung“ teuer bezahlen: 30 Prozent Aufpreis für 30 Prozent weniger Fleisch. Die Krönung: Trotz Streckens ist die Auslobung „30 Prozent weniger Fett“ eine Irreführung – das Produkt hat sogar mehr Fett als das meiste reine Hack von der Bedien-Theke.
Kandidat Nummer vier: Clausthaler Classic. Hersteller Radeberger nennt es gerne das „Bier unter den Alkoholfreien“...
...obwohl es 0,45 Volumenprozent Alkohol enthält. In England wird selbiges deshalb auch etikettenschwindelfrei als „Alkoholarmes Premium Lagerbier“ vertrieben. Nur zu Hause in Deutschland nicht.
Kandidat Nummer fünf: HiPP-Instant-Tees ab dem 12. Monat. Claus Hipp bürgt „mit seinem Namen“ für „kindgerechte“ und „gesunde“ Lebensmittel…
...doch rät entgegen einhelliger Ernährungsempfehlungen ab dem 12. Monat zu Zuckergranulat-Tee. HiPPs Instant-Tees sind keine empfehlenswerten Kindergetränke. Verantwortungsvolles Marketing sieht anders aus.
Bei der ersten Wahl zum Goldenen Windbeutel 2009 hatte der Konzern Danone für seinen Trinkjoghurt Actimel den „Preis“ gewonnen, weil der – anders als in der Werbung suggeriert – nicht vor Erkältungen schützen kann…
… foodwatch verlieh Hersteller Danone daher am 20. März 2009 in Haar bei München den "Goldenen Windbeutel 2009".
2010 kürten die Verbraucher den überzuckerten Monte Drink der Molkerei Zott zur dreistesten Werbelüge des Jahres. Mehr als 80.000 hatten sich bei der Online-Wahl beteiligt…
… am 23. April 2010 fuhren deshalb foodwatch-Aktivisten ins bayerische Mertingen, um Zott den "Goldenen Windbeutel 2010" zu überreichen.
2011 gewann mit großem Vorsprung die Schokosahnetorte für zwischendurch, die Milch-Schnitte von Ferrero...
... am 17. Juni waren foodwatch-Aktivisten daher vor Ort in Frankfurt/Main, an der Firmenzentrale von Ferrero, um den "Goldenen Windbeutel 2011" zu verleihen.
Danones Actimel 2009, der Monte Drink von Zott 2010, die Milch-Schnitte von Ferrero 2011 – wer bekommt in diesem Jahr den Goldenen Windbeutel?
Bis zum 18. Juni können Verbraucher online wählen, welches Produkt die dreisteste Werbelüge des Jahres 2012 darstellt. Jetzt abstimmen:
www.abgespeist.de.

Becel pro.activ von Unilever
Der Schwindel: Becel pro.activ „senkt nachweislich den Cholesterinspiegel“ dank zugesetzter „hochwirksamer Pflanzensterine“. Damit suggeriert Unilever: Becel pro.activ ist gut fürs Herz.
Die Wahrheit: Es ist nicht geklärt, ob die Pharma-Margarine dem Herzen nutzt oder vielleicht sogar schadet – trotz Cholesterinsenkung. Auch die Langzeitfolgen sind kaum erforscht. Das verschweigt Unilever jedoch auf dem Etikett!
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Landlust Mirabelle & Birne von Teekanne
Der Schwindel: „Genießen Sie einen kleinen Ausflug aufs Land und entdecken Sie den ursprünglichen Genuss vertrauter Früchte, die noch in Ruhe heranreifen können.“
Die Wahrheit: Genießen kann man hier höchstens das Industriearoma. Die namensgebende Mirabelle ist nämlich zu sage und schreibe null Prozent enthalten. Hauptzutaten: Äpfel, Hibiskus und Hagebutte. Früchte-Tee von der Stange eben – nur teurer!
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Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung von Netto
Der Schwindel: Für die Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung verspricht Netto „30 Prozent weniger Fett im Vergleich zu gemischtem Hackfleisch“.
Die Wahrheit: Obwohl Netto sein teures Produkt mit Wasser und Weizen streckt, enthält es in der Regel sogar mehr Fett als echtes Hackfleisch von der Bedien-Theke. Viva Vital bedeutet also: 30 Prozent weniger Fleisch für 30 Prozent mehr Geld!
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Clausthaler Classic von Radeberger
Der Schwindel: „Clausthaler Classic“ von Radeberger – laut Werbung „das Bier unter den Alkoholfreien“ – wird seit jeher als „alkoholfrei“ angepriesen.
Die Wahrheit: Clausthaler Classic enthält sehr wohl Alkohol, genau genommen sind es 0,45 Volumenprozent. Es trotzdem „alkoholfrei“ zu nennen, ist schlichtweg ein Schwindel!
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Instant-Tees ab dem 12. Monat von HiPP
Der Schwindel: Seine Instant-Früchtetees ab dem 12. Monat vermarktet Hipp als besonders geeignet für Kleinkinder.
Die Wahrheit: Die Hipp-Instant-Tees enthalten pro fertige 200-Milliliter-Tasse rund zweieinhalb Stück Würfelzucker. Es sind also schlicht Süßgetränke und damit alles andere als empfehlenswert für Kleinkinder!
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