19. Juni 2012 | In der Nacht von Montag auf Dienstag stand fest: Die Hipp Instant-Früchtetees ab dem 12. Monat sind die dreisteste Werbelüge des Jahres 2012 und damit „Gewinner“ des diesjährigen Goldenen Windbeutels. Am nächsten Vormittag standen foodwatch-Aktivisten vor der Tür der Hipp-Zentrale in Pfaffenhofen an der Ilm und wollten Hipp den Preis übergeben.
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Am Firmensitz von Hipp im bayerischen Pfaffenhofen (Ilm) hat foodwatch dem Babynahrungshersteller am 19. Juni 2012 den Goldenen Windbeutel für die Werbelüge des Jahres verliehen.
Auf dem Weg zum Sitz der Hipp-Verwaltung benannten die foodwatch-Aktivisten die „Georg-Hipp-Straße“ um in „Platz der Verbrauchertäuschung“.
„Ich will keine Werbelüge mehr sein“ – mit diesem Transparent demonstrierte eine menschengroße Hipp-Tee-Dose vor dem Unternehmensgelände.
Beim Versuch, den Goldenen Windbeutel persönlich an die Geschäftsführung zu überreichen, wurden die foodwatch-Aktivisten vor dem Eingang zur Verwaltung jedoch abgewiesen.
„Wir werden den Preis nicht annehmen, weil es bei Hipp schlicht keine Werbelüge gibt“, erklärte eine Hipp-Sprecherin in einem kurzen Statement und forderte die foodwatch-Aktivisten auf, den Goldenen Windbeutel wieder mitzunehmen. „Wir haben den Preis absolut nicht verdient“, so die Sprecherin.
In einer schriftlich verbreiteten Presseerklärung setzte das Unternehmen seine Verbrauchertäuschung dann fort. Hipp argumentierte, dass sich die Instant-Tees an den Empfehlungen des von der Bundesregierung geförderten aid Infodienstes orientierten.
Tatsächlich stuft der aid Infodienst die Hipp-Produkte in die Kategorie Süßigkeiten ein, die an der roten Spitze der aid-Ernährungspyramide stehen und nur äußerst selten und in geringen Mengen verzehrt werden sollten.
Weiter erweckt Hipp durch den Vergleich mit Apfelschorle den Eindruck, als bestünde eine Notwendigkeit für gezuckerte Tees – dabei sind diese völlig überflüssig. Auch Hipp hat ungesüßte Tees in Form von Teebeuteln und damit geeignete Produkte auch für Kleinkinder im Sortiment.
Hipp weigerte sich zwar, den „Goldenen Windbeutel“ anzunehmen. Die Urkunde für die Werbelüge des Jahres hinterließen die foodwatch-Aktivisten trotzdem am Firmensitz von Hipp.
Hipp hat angekündigt, die Zucker-Tees Ende des Jahres durch neue Produkte ohne Zuckerzusatz zu ersetzen. Wir bleiben dran: Sollen wir sie auf dem Laufenden halten über dieses Thema und andere Beispiele für den alltäglichen Etikettenschwindel? Dann abonnieren Sie unseren
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