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Gegen den Etikettenschwindel bei Lebensmitteln: 2011 verleiht die Verbraucherorganisation foodwatch zum dritten Mal den „Goldenen Windbeutel“, den Preis für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Fünf Produkte sind bei der Internet-Wahl auf www.abgespeist.de nominiert.
Kandidat Nummer eins: Nimm2. Hersteller Storck suggeriert, dass seine Bonbons gesünder sind als andere Süßigkeiten…
…doch der zugesetzte künstliche Vitamincocktail kann nichts daran ändern: Nimm2 ist nicht gesünder als andere Bonbons, es bleibt ganz einfach eine Süßigkeit.
Kandidat Nummer zwei: Das Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen. Hersteller Kühne betont in der Werbung die „besten natürlichen Zutaten“, die „erlesenen Kräuter“ und eine Tradition „seit 1722“. Echte Handwerkskunst also? Von wegen…
…denn drin stecken Farbstoff und Aromen – modernste Lebensmitteltechnologie also. Saure-Gurken-Zeit für die Fans ehrlicher Werbung und traditioneller Lebensmittelerzeugung.
Kandidat Nummer drei: Mit einem Comic-Fuchs lockt Stockmeyer die Kinder, die Eltern ködert der Hersteller der „Ferdi Fuchs“-Mini-Würstchen mit dem Hinweis auf einen „täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung“…
…doch der Salzgehalt ist alles andere als auf die Ernährungsbedürfnisse von Kindern abgestimmt. 2 Gramm Salz pro 100 Gramm – bei der Ampelkennzeichnung würde das mit einem roten Warnsignal gekennzeichnet. Ehrlicher wäre es, von einem „täglichen Beitrag zum späteren Bluthochdruck“ zu sprechen.
Kandidat Nummer vier: Activia. Danone suggeriert in seiner Werbung, sein probiotischer Joghurt sei so etwas wie ein Wundermittel für die perfekte Verdauung…
…doch die Ergebnisse der von Danone viel zitierten Studien sind dünn. Activia ist zwar teuer, mal eben die Verdauung regulieren kann es aber nicht.
Kandidat Nummer fünf: Die Milch-Schnitte. „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch“, behauptet Hersteller Ferrero – und unterstreicht die Botschaft mit allerlei Spitzensportlern in den Werbekampagnen…
…die Wahrheit jedoch ist deutlich schwerer: Die Milchschnitte besteht zu fast 60 Prozent aus Fett und Zucker, das ist sogar mehr als in Schoko-Sahnetorte. Und die würde wohl niemand als leichte Zwischenmahlzeit bezeichnen.
Bei der ersten Wahl zum Goldenen Windbeutel 2009 hatte der Konzern Danone für seinen Trinkjoghurt Actimel den „Preis“ gewonnen, weil der – anders als in der Werbung suggeriert – nicht vor Erkältungen schützen kann…
…als foodwatch-Aktivisten den Preis vor der Firmenzentrale in Haar bei München überreichen wollten, war Danone jedoch nicht zu sprechen.
2010 kürten die Verbraucher den überzuckerten Monte Drink der Molkerei Zott zur dreistesten Werbelüge des Jahres. Mehr als 80.000 hatten sich bei der Online-Wahl beteiligt…
…doch auch Zott verweigerte die Annahme des „Goldenen Windbeutel“ und stand foodwatch-Aktivisten am Firmensitz im bayerischen Mertingen nicht für ein Gespräch zur Verfügung.
Danones Actimel 2009, der Monte Drink von Zott 2010 – wer bekommt in diesem Jahr den Goldenen Windbeutel?
Zwischen dem 16. Mai und dem 16. Juni können Verbraucher online wählen, welches Produkt die dreisteste Werbelüge des Jahres 2011 darstellt. Jetzt abstimmen:
www.abgespeist.de

Nimm2 von Storck
„Nimm2“ von Storck, die Bonbons, die nicht nur süß, sondern auch noch gesund sein wollen: Der Hersteller rührt einen künstlichen Vitamincocktail in die Bonbonmasse – und will „Nimm2“ damit „gesundwerben“. Doch die zugesetzten, angeblich „wertvollen Vitamine“ sind in der Regel völlig überflüssig und werden ganz einfach wieder ausgeschieden. Dafür lernen Kinder, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können. Das foodwatch-Fazit: Ein Bonbon bleibt ein Bonbon bleibt ein Bonbon.
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Kühnes „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“
Kühnes „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ – außen Tradition, innen modernste Lebensmitteltechnologie. Obwohl Aromen und ein Farbstoff drin stecken, werden die Gewürzgurken wie ein handwerkliches Produkt mit jahrhundertealter Tradition und „besten natürlichen Zutaten“ verkauft. Ein Werbetrick, um höhere Preise für standardisierte Massenware zu erzielen. Das foodwatch-Fazit: Saure-Gurken-Zeit für die Liebhaber ehrlicher Werbung und handwerklich gefertigter Lebensmittel.
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Ferdi Fuchs Mini-Würstchen von Stockmeyer
„Ferdi Fuchs“, Stockmeyers salziges Mini-Würstchen für Kinder. Comicfiguren für die Kids, Gesundheitsbotschaften für die Eltern – das ist die Werbemasche des Herstellers. Doch die vitaminisierten „Ferdi Fuchs“-Würstchen fallen vor allem durch einen hohen Salzgehalt von 2 Gramm pro 100 Gramm auf, der bei der „Nährwert-Ampel“ mit einem roten Farbfeld gekennzeichnet werden müsste. Das foodwatch-Fazit: Statt von einem „täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung“ müsste Stockmeyer eher von einem täglichen Beitrag zum späteren Bluthochdruck sprechen.
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Activia von Danone
„Activia“, das probiotische Märchenprodukt von Danone. Weder eine Wunderwaffe gegen Verdauungsbeschwerden noch ein Garant für perfektes Darmwohlbefinden: Der Joghurt kann die Verdauung nicht mal eben regulieren, wie es Danone suggeriert. Selbst wenn sich bei manchen subjektiv ein besseres Befinden einstellen mag – das könnten sie mit Hausmitteln wie Trockenpflaumen, Weizenkleie oder einem Spaziergang sehr viel preisgünstiger haben. Das foodwatch-Fazit: Minimale Effekte, maximal aufgeblasen – und teuer verkauft.
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Milch-Schnitte von Ferrero
„Milch-Schnitte“ von Ferrero, die Schoko-Sahnetorte für zwischendurch. Ferrero will der Milch-Schnitte mit Hilfe von Box-Weltmeisterin Susianna Kentikian und den Sportkletterern Alexander und Thomas Huber („Huberbuam“) ein sportliches Image verpassen. Der Werbeslogan lautet: „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“ Tatsächlich jedoch besteht die Milch-Schnitte zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker. Das foodwatch-Fazit: Wenn Milch-Schnitte leicht ist, ist so manche Schoko-Sahnetorte ein Diätprodukt – denn sie enthält prozentual wesentlich weniger Fett und Zucker.
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