Physalis Minimalis

Der Gelbe Zitrone-Physalis von Pfanner

Nichts Neues vom Saftladen

29.10.2012 | Pfanner kann offenbar einiges – nur nicht ehrlich: Nach massiven Verbraucherprotesten und dem unrühmlichen zweiten Platz bei der Windbeutel-Wahl 2010 besserte Pfanner nur ein bisschen nach und gönnte dem „Gelben Zitrone-Physalis“ eine homoöpatische Menge Physalis-Saft. Und ein paar kosmetische Änderungen der Verpackung. Etwa 6.200 Verbraucher beschwerten sich daraufhin erneut – diesmal über das Nicht-Ernst-Nehmen ihres Protestes. Und Pfanner? Stellt auf stur. Höchste Zeit, dass Etikettenschwindler zur Ehrlichkeit gezwungen werden.

Wenn die Physalis leise klingelt

12.11.2010 | „Der Gelbe Zitrone-Physalis“ steht groß auf der Packung, darunter prangen zwei Physalis. Ein Getränk aus Gelbem Tee mit Physalis also? Inzwischen schon. Noch im Januar 2010 fand sich im Tee keine Spur echter Physalis, ein Aroma imitierte den Geschmack. Nachdem sich jedoch mehr als 3.000 Verbraucher direkt beim Hersteller über die Tee-Täuschung beschwert hatten und Pfanner auch noch den 2. Platz bei der Wahl zur dreistesten Werbelüge 2010 belegte, reagierte das Unternehmen. Der Zitrone-Physalis-Tee enthält nun neben Aroma tatsächlich Physalis. Allerdings nur eine winzige Menge. Die exotische Frucht ist nach wie vor nicht mehr als ein Marketinggag.

Minimalprinzip

12.11.2010 | Pfanner weigert sich, den genauen Physalisanteil anzugeben. Und zwar, weil der Fruchtgehalt keine „wertbestimmende“ Rolle spiele. Komisch, dass die Physalis in der Werbung trotzdem allgegenwärtig ist, dem Produkt seinen Namen gibt und der „fruchtige Zitronen-Physalissaft“ angeblich für einen „erfrischend vollmundigen Geschmack“ sorgt. Laut Gesetz muss der Gehalt einer beworbenen oder namengebende Zutat nicht angegeben werden, wenn sie nur in geringer Menge zur Geschmackgebung eingesetzt wird. Gering ist also nicht nur immer noch der Physalisanteil, sondern auch Pfanners Bereitschaft, Verbraucherkritik ernst zu nehmen.

Nicht ohne meinen Etikettenschwindel

12.11.2010 | Nach dem Protest von Tausenden von Verbrauchern und dem 2. Platz bei der Wahl zur dreistesten Werbelüge 2010 hat Pfanner sich entschlossen zu reagieren. Was dabei rausgekommen ist? Eine homöopathische Menge Physalis im Tee. Werbegeschwurbel von mythischen Kräuterkelten bleibt uns erspart. Der Zuckergehalt wurde von 47 auf 44 Stück Würfelzucker pro Packung gesenkt. Kurzum: Minimalmaßnahmen statt echter Veränderungen. Offenbar ist das Unternehmen nicht bereit, Verbraucherkritik ernst zu nehmen. Und ein schönes Beispiel dafür, warum Verbraucher Lebensmittelunternehmen so wenig über den Weg trauen. [mehr]

Mut zur Verbrauchertäuschung

27.01.2010 | Pfanners Unternehmens-Leitbild laut Homepage: „Die Kommunikation ist klar und ehrlich zum Vorteil aller Beteiligten. […] Wir sehen Fehler als Herausforderungen, denn sie sind Erfahrungen, die uns helfen, noch besser zu werden. Wir beweisen Mut zur Wahrheit auch in kritischen Situationen.“ Mit der Kommunikation um seinen Physalistee hat das Unternehmen erfolgreich belegt, dass das Leitbild mit der tatsächlichen Unternehmenspolitik nichts zu tun hat.

Färberdistel sei Dank

27.01.2010 | Welche Farbe sollte ein Tee haben, der „Der Gelbe“ heißt? Gelb wäre schon nicht schlecht. Dumm nur, wenn das Getränk wie in diesem Fall nur zu 15% aus Gelbem Tee besteht. Deshalb findet sich in der Zutatenliste auch Färberdistelextrakt – um „ein zusätzliches Gelb ins Produkt zu bringen“, wie es in der Marketingabteilung von Pfanner heißt. Mehr Gelber Tee wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Der ist allerdings ziemlich teuer. Aber wozu in Gelben Tee investieren, wenn man Färberdistel hat...

Wellness-Zucker zum Wohlfühlen

27.01.2010 | Ein Grund, warum Pfanner seinen aromatisierten Tee im Tetrapack Verbrauchern als „Wellness-Getränk“ unterjubeln will, ist der angeblich niedrige Zuckergehalt. 30% weniger Zucker als herkömmliche Softdrinks enthalte der Wohlfühltrank. Tja, so einfach geht das mit der Wellness, wenn man sich Cola als Messlatte zulegt. Blöd nur, dass in jedem 2-Liter-Tetrapak des doch so zuckerarmen Wellness-Tees trotzdem immer noch 44 Stück Würfelzucker stecken. Die Lebensmittelampel würde Pfanners Wellness-Schwindel sofort enttarnen und beim Zuckergehalt auf Rot springen. Das sähe dann so aus

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Lesen Sie hier, wie Pfanner reagiert.

Veröffentlichungsdatum: 12.11.2010

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