abgespeist.de entlarvt Werbelügen auf Lebensmitteln
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Wie Bauer reagiert


Erfolg mit Wermutstropfen

Lange Zeit führte Bauer unsere Liste der dreistesten Verbrauchertäuschung an. Der Joghurthersteller weigerte sich, den Zuckergehalt des „Kinderdrinks Biene Maja“ auf der Verpackung zu kennzeichnen. Unverantwortlich, denn umgerechnet auf einen Liter enthält „Biene Maja“ 44 Stück Würfelzucker. In einem Liter Cola stecken dagegen „nur“ 28 Stück Würfelzucker. Die fehlende Kennzeichnung machte es Eltern unmöglich zu erkennen, dass es sich bei dem Kinderjoghurt um eine richtige Zuckerbombe handelt.

Biene Maja: Ausgeflogen

30. März 2009 | Am 02.03.2009 bestätigte die Firma Bauer foodwatch, dass „Verpackung und Rezeptur“ der Produkte des „Kindersortiments“ verändert wurden. Dazu gehört auch der „Kinderdrink“, der ab Januar 2009 nicht mehr mit dem Konterfei der „Biene Maja“, sondern mit den Gesichtern von Bugs Bunny und Co. ausgeliefert wird. Bugs Bunny kommt offenbar mit etwas weniger Zucker aus als das Bienchen. Eine Zuckerbombe ist der neue Kinderdrink dennoch und immer noch. Aber: immerhin wird er nicht mehr als ausgewogen beworben.

Bauer reagiert und kennzeichnet Zuckergehalt

21. August 2008 | Aber Ihre 876 Beschwerde-E-Mails haben Wirkung gezeigt! Bauer reagierte auf den Druck der Verbraucher und kennzeichnet den Zuckergehalt von „Biene Maja“ jetzt auf der Verpackung. Dieser kleine, aber sehr wichtige Erfolg zeigt: Ihre E-Mails haben etwas bewegt. Die Lebensmittelhersteller können Verbraucherprotest nicht auf Dauer ignorieren.

So antwortete Geschäftsführer Markus Bauer auf eine foodwatch-Anfrage nach dem Grund der veränderten Kennzeichnung: „Mit der exakten Kennzeichnung des Gesamtzuckergehalts auf dem Produkt Kinderdrink Biene Maja kommen wir den Bedürfnissen der Eltern nach mehr Transparenz entgegen“. Das schreibt Bauer auch in einer Antwort an einige der Unterzeichner der abgespeist-E-Mail-Aktion. Das ebenso ist neu: Bauer reagiert auf Post von Verbrauchern. Ein zweiter kleiner Fortschritt!

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen. Nach der Änderung von Rezeptur und Packung verheimlicht Bauer zwar den Zuckergehalt nicht mehr. Irreführend ist die Aufmachung des Produktes aber leider immer noch.

Zuvor hatte Bauer seinem Trinkjoghurt mit einer überflüssigen Vitaminmischung den Anschein eines Gesundheitsproduktes gegeben. Nun versucht die Firma mit der Aufschrift „Nur 1,5 Prozent Fett“ den Eindruck zu erwecken, es handele sich um ein ausgewogenes Produkt. In seiner Antwort an die Unterzeichner der abgespeist-E-Mail-Aktion schreibt Bauer dazu: „Wir wissen, dass viele Verbraucher inzwischen speziell auf den Fettgehalt von Milchprodukten achten und sich einen reduzierten Fettgehalt wünschen. Aus diesem Grund haben wir genau für diese Konsumenten den Fettgehalt reduziert.“ Und zwar um ganze 0,3 Prozent reduziert, könnte man hinzufügen. Die „alte Biene Maja“ hatte einen Fettgehalt von 1,9 Prozent, die „neue“ hat einen Fettgehalt von 1,5 Prozent.

Der Zuckergehalt aber ist nach wie vor der gleiche: 44 Stück Würfelzucker pro Liter. Eine „gesunde Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung“, wie Bauer in der E-Mail schreibt, ist „Biene Maja“ darum wohl kaum. Der Kinderdrink ist und bleibt: eine Zuckerbombe.

Darum müssen wir dran bleiben. Fordern Sie Bauer auf, dem ersten Schritt auch einen zweiten folgen zu lassen und endgültig aufzuhören, den überzuckerten Milchdrink mit immer neuen Werbetricks leichter erscheinen zu lassen als er ist!


Bauer bleibt eine Auskunft schuldig

22. Januar 2008 | „Biene Maja - Geschmacksrichtung Erdbeere“ von Bauer scheint auf den ersten Blick ein prima „Kindermilchdrink“ zu sein. Aber der Eindruck täuscht, der Trinkjoghurt ist eine mit falschem Erdbeeraroma angereicherte Zuckerbombe. 44 Stück Würfelzucker sind in einem Liter enthalten - mehr als in Cola mit „nur“ 28 Stück Würfelzucker pro Liter. Und wer in der Zuckerbiene nach Erdbeeren sucht, ist buchstäblich auf dem Holzweg.

Denn auf ein Holzpilz-Aromadestillat geht der „Frucht“geschmack im Joghurt meist zurück. Trotz allem bezeichnete Bauer sein Produkt auf Nachfrage ausdrücklich als „gesund“.

In einem Fax an uns verwickelte sich das Unternehmen außerdem in eine schwer nachvollziehbare Argumentation über die Unterschiede der zugesetzten Zuckerarten: Der Cola sei nur Saccharose (Haushaltszucker) zugesetzt. In einem „Milchmischerzeugnis“ wie Biene Maja seien aber „eben auch originäre Milchzucker, Glucose und Fruchtzucker“ vorhanden. Fakt ist: Zucker bleibt Zucker. Und viel Zucker macht dick. Ein Trinkjoghurt der so viel davon enthält, ist alles andere als gesund.

In demselben Fax gibt Bauer folgende Antwort auf die Frage, ob das Erdbeeraroma in der Biene Maja aus Erdbeeren stammt: „Bezüglich der Herstellung von Aromen empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit namhaften Aroma-Herstellern wie Symrise, Givaudan oder Quest“.

Wir haben daraufhin zurückgefaxt: „Ihre Antwort war für uns […] leider nur wenig hilfreich. Wir wissen nun immer noch nicht, ob das „natürliche Aroma“ in Ihrem Produkt aus Erdbeeren besteht. […] Unser Anliegen noch einmal in aller Kürze: Aus welchen Rohstoffen wird das Aroma im Kindermilchdrink „Biene Maja“, Geschmacksrichtung Erdbeere hergestellt?“.

Bis jetzt haben wir keine Antwort erhalten. Und auch auf die abgespeist-E-Mail-Aktion hat Bauer nicht reagiert.


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