Wie Carlsberg reagiert


Das war's!

Carlsberg Beo Heimat


27.08.2010 | Der Getränkekonzern Carlsberg nimmt seine Mogel-Limo „Beo“ vom Markt. Laut einer Fachzeitung der Getränkebranche kam das Produkt nicht aus dem „Stadium einer lahmen Ente“ hinaus. Das heißt im Klartext: Die Verbraucher haben „Beo“ im Regal liegen lassen und Carlsberg die falschen Apfel- und Birnenversprechen genauso wenig abgekauft wie die hohle Nachhaltigkeitslyrik.

Schluss mit dem Schwindel: Carlsberg nimmt Beo vom Markt

Das Getränk in angeblich „ausgezeichneter Bio-Qualität“ enthielt in Wahrheit nur 5,5% Bio-Zutaten – Zucker und Malzextrakt. Für den Geschmack sorgten vor allem Zusatzstoffe und Aromen, Hauptzutat war ganz normales Wasser. Echten Äpfeln oder Birnen war „Beo Heimat Apfel Birne“ trotz aller Natursymbolik auf der Flasche nie begegnet. Statt Fruchtsaft steckten lediglich „natürliche Aromen“ in der Limo, die trotz des Begriffes „natürlich“ selten etwas mit echten Früchten zu tun haben.
Über diesen Schwindel haben sich mehr als 3.000 Verbraucher bei Carlsberg beschwert. foodwatch sind viele der Zuschriften und Kommentare als Kopie zugegangen. Sie zeigen, wie sehr Verbraucher sich über Carlsbergs dreiste Trickserei geärgert haben:

„Ein abschreckendes Beispiel für Werbelügen der dreistesten Art.“

„Ihr Produkt ist ab sofort von der Einkaufsliste gestrichen!“

„Ihre Brause beglückt und beflügelt nur Ihren Gewinn aber mit Sicherheit nicht den Verbraucher.“

„Das ist nicht nur die Höhe, sondern der Gipfel der Unverschämtheit.“

„Sowas von dreist! Sie führen den Verbraucher schamlos an der Nase herum mit ihrem Pseudo-Bio-Produkt.“

Carlsberg konnte nicht ignorieren, dass die Verbraucher „Beo“ nicht auf den Leim gingen und sich die Brause zu einem echten Flop entwickelte. Zum 31. Juli wurde die Produktion von „Beo“ nun eingestellt. Die Verbraucher haben also einem echten Etikettenschwindel endlich den Garaus gemacht.

Protest lohnt sich – zeigen Sie der Lebensmittelindustrie, dass sich Verbraucher den systematischen Etikettenschwindel im Supermarkt nicht länger gefallen lassen und unterzeichnen Sie jetzt unsere Mitmachaktionen

Carlsbergs Antwort auf die abgespeist-Aktion

5. Oktober 2009 | Beo von Carlsberg - Das ist maximale Verbrauchertäuschung mit minimalem Bio-Einsatz. Genauso minimal fällt auch die Antwort von Carlsberg an die Teilnehmer der abgespeist-Aktion aus. In fünf Sätzen speist die Brauerei die mehr als 2.000 Mitmacher ab. Fünf Sätze, in denen Carlsberg zwar versichert, man habe „Kenntnis von dem foodwatch-Bericht sowie von den Presseberichten“ genommen, aber auf keine der Fragen eingeht, die foodwatch an die Brauerei gestellt hat.

Anstatt zu erklären, warum die Bio-Brause unnötige Zusatzstoffe enthält und der Geschmack des Getränkes mithilfe von Aroma erzeugt wird, heißt es lapidar, man halte sich sowohl bei der Beschaffung der Inhaltsstoffe als auch bei der Herstellung „streng an die EU-Bio-Verordnung“. Carlsberg betont, „alle Zertifizierungen“ zu besitzen, die „zur Herstellung von Bio-Lebensmitteln erforderlich sind“.

Dabei hatten wir gar nicht angezweifelt, dass sich Carlsberg an die Bio-Verordnung hält. Stattdessen haben foodwatch und inzwischen mehr als 2.000 Verbraucher kritisiert, dass die Brauerei die Spielräume der Verordnung maximal ausnutzt. Und ein Getränk, das mit überflüssigen Zusatzstoffen aufgepeppt ist und statt Bio-Früchten ein undefiniertes „natürliches Aroma“ enthält, als „Bio Erfrischung“ aus „rein natürlichen Zutaten“ ohne „künstlichen Zusätze“ bewirbt. Kritik, auf die Carlsberg anscheinend keine Antworten weiß. Und sie deshalb einfach ignoriert.

Zwar vermarktet die Brauerei „beo Heimat“ als „verantwortungsvolles“ und „nachhaltiges“ Produkt, tatsächlich scheint es mit der Verantwortung gegenüber Verbrauchern aber nicht allzu weit her zu sein. Stattdessen verhält es sich mit Nachhaltigkeit und Verantwortung bei „beo“ offenbar so ähnlich wie mit Äpfeln und Birnen – auf der Flasche groß beworben, in der Flasche keine Spur. Echter Öko-Etikettenschwindel eben.


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